Zu guter Letzt trafen einander die bereits durchnässten, aber immer noch zahlreich übrig gebliebenen Festgäste im Jugendzentrum zum Abtanzen. In der Russendisko legte Wladimir Kaminer höchst persönlich auf. Und heizte in den letzten Stunden noch einmal so richtig ein.
Seit mehr als 20 Jahren sind Stimme und Texte des Hamburgers Peter Thiessen nicht aus dem deutschen oder österreichischen Radio wegzudenken. Nach den Ausflügen zu Nr. 1-Band "Blumfeld" singt und schreibt er wieder über sein Lieblingsthema: die Großstadt und ihre Menschen. Nachdenklich, liebend, kritisch und gerade sind seine Geschichten. Kante ist sehr stimmig als Hauptact der Wiener Festwochen Am Schöpfwerk.
Dass auch junge SchöpfwerkerInnen das Zeug zum Musizieren haben, zeigte sich beeindruckend im Finale des Beatbox Championship der Kooperativen Musikmittelschule Am Schöpfwerk. Die vier besten Beatboxer des jeweiligen Jahrgangs traten gegeneinander an. Nur Kante als Hauptband schaffte es, mehr Publikum vor der Bühne zu versammeln. Special Guests: die Beatbox Champions Leech & SaRA.
Die junge Band rund um den türkisch-österreichischen Musiker Ali Can Güzel widmet ihre Musik dem "Sehnsuchtsbahnhof" vieler Auswanderer aus Südosteuropa. "Die Gastarbeiter, die am Südbahnhof ausstiegen, reisten damals nicht nur mit ihren Koffern und ihren Träumen, sie brachten auch ihre Lieder mit". Diese Lieder waren am Abend des großen Festes Am Schöpfwerk zu hören.
1990 kam Kaminer aus Moskau und brachte den russischen Humor mit in die bundesdeutsche Hauptstadt. Sein Buch "Russendisko", das 2000 erscheint, wird der große Hit. Beim großen Fest Am Schöpfwerk las er aus seinem neuesten Buch "Es gab keinen Sex im Sozialismus". Die Terrasse war bis zum letzten Platz mit ZuhörerInnen gefüllt, die sich vom Charme des Lesenden bezaubern ließen.