Der Begriff „Soziale Inszenierung“ wird von Konrad Maier (Inszenierung des Sozialen im Wohnquartier, Freiburg 2005) abgeleitet und bezeichnet eine Methode, bei der Alltagsthemen der BewohnerInnen von GemeinwesenarbeiterInnen im öffentlichen Raum inszeniert werden.
Diese öffentlichkeitswirksamen Aktionen/Aktivitäten liefern Stoff für Gespräche und Auseinandersetzungen im Stadtteil und sind wie Versuchsballons, die von den BewohnerInnen angenommen und weiter entwickelt oder abgelehnt werden.
Aktivierung
Gemeinwesenarbeit bedeutet vor allem, Betroffene zu aktivieren, damit sie sich für ihre Bedürfnisse einsetzen und Veränderungen für ihr Leben initiieren. Diese Art des Aktiv-Seins will gelernt sein und braucht Initialzündungen. Ein wertschätzendes Nachfragen nach den Interessen und Bedürfnissen der Menschen sowie das Herausfinden, für welchen Themen und Fragen die Betroffenen bereit sind, sich zu engagieren, bilden den Ausgangspunkt für die weitere Arbeit.
Selbst in einem Gebiet wie dem Schöpfwerk, in dem durch langjährige Gemeinwesenarbeit ein aktivierendes Klima entfaltet werden konnte, braucht es regelmäßig solche Initialzündungen. Für die GemeinwesenarbeiterInnen bietet diese Methode die Möglichkeit, die eigene Kreativität einzubringen, um sanft zu irritieren, Themen bewusst zu machen, Unterschwelliges an die Oberfläche zu bringen, Versteinertes aufzuweichen, Unterschiedliches sichtbar zu machen.
Auf dem Bild unten ist zu sehen, wie ein traditioneller Wohnbereich mit Teppichen und Polstern zum Sitzen, mit Tee und Shisha mitten in der Wiese zum Verweilen einlädt. Darum herum entwickeln sich viele Gespräche mit BewohnerInnen zu Leben im Gemeindebau, Integration, auseinander- und zusammenleben.