Herzlich willkommen!
In den früher weit verbreiteten Substandard-Wohnungen ohne Wasser gab es am Flur einen Wandbrunnen, Bassena genannt, wo die NachbarInnen das Trinkwasser in Eimern holten und schmutziges Wasser entleerten. Die Bassena war ein Ort der Kommunikation, ein Umschlagplatz für Informationen, und der Begriff „Bassenatratsch“ hat sowohl eine positive als auch eine negative Bedeutung.
Das Stadtteilzentrum „Bassena Am Schöpfwerk“ ist mehr als eine Wasserentnahmestelle und ein Ort der Kommunikation. Ziel der Bassena ist es, die Lebensqualität der BewohnerInnen im Gemeinwesen zu verbessern sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Dafür werden Strategien und Lösungen mit den BewohnerInnen, den Institutionen, der Kommunalpolitik und der Verwaltung entwickelt. Ein kleines Team inszeniert in den Räumen der Einrichtung und im öffentlichen Raum Aktivitäten und Prozesse, in welchen die alltäglichen Themen der BewohnerInnen dieser Großwohnanlage erkundet und bearbeitet werden. Die Vielfalt der Menschen und deren Lebenswelten erfordern maßgeschneiderte methodische Konzepte, die sich jeweils an den Gegebenheiten und Situationen prozesshaft orientieren.
Die GemeinwesenarbeiterInnen haben die gesamte Diversität der Bewohnerschaft des Stadtteils im Blickfeld. Das bedeutet, dass die unterschiedlichen Milieus, Geschlechter, Generationen und Ethnien in ihrer komplexen Gesamtheit die Zielgruppe dieser Gemeinwesenarbeit darstellen. Gerade in der bewussten Wahrnehmung des Reichtums der vielen Unterschiedlichkeiten der Menschen und deren Lebenswelten eröffnen sich neue Perspektiven für vorhandene Ressourcen.
Wo findet Kommunikation statt?
In persönlichen Gesprächen im Stadtteilzentrum und im öffentlichen Raum (öffentliche Plätze und Stiegenhäuser) sowie über die siedlungseigenen Medien (Stadtteilzeitung und Radio) kommunizieren die GemeinwesenarbeiterInnen im Alltag mit den Menschen. Dabei kommen vier Leitfragen in einer dem Gegenüber angepassten Sprache zum Zug, mit denen das soziale Kapital erkundet wird. Was läuft gut (im Leben, in der Wohnsiedlung …)? Was läuft weniger gut? Welche Bedürfnisse haben die Menschen bzw. wie würde es denn sein, wenn es gut läuft? Und wie können sich die Menschen vorstellen, sich für ihr Anliegen einzusetzen? Daraus entstehen Ideen, Aktivitäten, Aktionen und Gruppen, die, soweit es von den Betroffenen erwünscht ist, von der Bassena unterstützt und begleitet werden.

