Entstehungsgeschichte
Vor einigen Jahren war Gemeinwesenarbeit noch kein so brisantes Thema in Wien, wenngleich hier und dort in der Stadt innovative Ansätze erprobt wurden. Zwei KollegInnen aus der Bassena wollten damals (1997) wissen, welche Erfahrungen anderswo mit diesem Arbeitsprinzip gemacht werden und bereiteten ein hübsches Frühstück vor, zu dem sie Bekannte und KollegInnen quer durch die Stadt einluden. Es kamen zum legendären ersten Frühstück Am Schöpfwerk an die 30 Leute, die in unterschiedlichen Trägerorganisationen arbeiteten.
Das kennen lernen und die Gespräche – mit der „Konkurrenz“ - waren extrem spannend und befruchtend. Auf einem Plakat wurde dann ein Themenspeicher eröffnet, der Diskussionsstoff für die nächsten Jahre abgeben sollte. Anfänglich wurde dieses Plakat jeweils von einem/r TeilnehmerIn eingerollt und mitgenommen um 6 Wochen später in einer anderen Einrichtung wieder ausgerollt und weiter bearbeitet zu werden.
Abgesehen davon, dass Stammgäste des Vernetzungsfrühstücks eine Vielzahl verschiedener Einrichtungen dieser Stadt auch von innen kennen lernten, entspann sich ein dichtes Netzwerk von interdisziplinären Profis für Gemeinwesenarbeit über die bestehenden Trägerorganisationen der Stadt. Nicht geplant, nicht verordnet, sondern einfach selbstorganisiert und informell gewachsen.
Am Austausch sind derzeit 30 Einrichtungen von verschiedenen Trägern beteiligt. Für die TeilnehmerInnen ist diese Plattform ein trägerübergreifender breiter Informationspool und ein offenes Netzwerk. Es ist kein Verein und hat daher auch keine Mitglieder.
Zudem betreibt das Vernetzungsfrühstück eine Mailingliste mit über 200 Adressen weit über Wien hinaus, wo ausgewählte Protokolle, Stellenausschreibungen und Informationen fachlicher Art ausgetauscht werden. Diese Mailingliste ist bewusst für alle an der Gemeinwesenarbeit interessierten zugänglich und kann zur Diskussion zur Gemeinwesenarbeit aber auch zum Informationsaustausch benutzt werden.
Neben der Erörterung der sozialen Lage der Stadt dient das Vernetzungsfrühstück der Förderung der eigenen Fachlichkeit. Diese Diskussionsplattform von und für PraktikerInnen lädt fallweise zu Gesprächen auch VertreterInnen aus Verwaltung und Politik und VertreterInnen von Trägerorganisationen ein. Im Jahr 2005 stellte das Wiener Vernetzungsfrühstück das Positionspapier zu Gemeinwesenarbeit in Wien vor. Es dient als Grundlage zur weiteren Förderung des Fachdiskurses zwischen den Ebenen Verwaltung, Politik und den PraktikerInnen.
Gefrühstückt wird beim Vernetzungsfrühstück tatsächlich – so besteht die Möglichkeit zum informellen Austausch. Das Vernetzungsgremium trifft sich in Rotation jeweils in einer anderen gemeinwesenorientierten Einrichtung. Die einladende Institution stellt Frühstück, Moderation und Protokoll zur Verfügung. Im formellen Teil wird anhand eines Themenspeichers, der immer wieder aktualisiert wird, an Themen gearbeitet, die für Gemeinwesenarbeit relevant sind. Definitionen zu Gemeinwesenarbeit sind genauso Thema wie Methoden, BürgerInnen-Beteiligung und aktuelle Entwicklungen in der Stadt.
Im Jänner 2005 lud das Wiener Vernetzungsfrühstück in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien VertreterInnen aus der lokalen Politik und Verwaltung, sowie die interessierte Fachöffentlichkeit zur Präsentation des Positionspapiers - Grundlagen zur Gemeinwesenarbeit in Wien - ein.
Im "World-Café" diskutierten die ExpertInnen zu folgenden Themen:
- Was bringt GWA wem? (BürgerInnen, Verwaltung, Politik, Wirtschaft)
- Was braucht GWA? (Definition und Abgrenzung)
- Gefahren und Probleme von GWA?
Protokoll vom "World-Café"
Statement zur Frage: Was bringt GWA wem?
V.l.n.r:
Josef Cser, Gerhard Berger, Renate Kapelari, Marc Diebäcker
Mag. Josef Cser: Büro der Geschäftsgruppe Wohnbau und Stadterneuerung
Ing. Gerhard Berger: MDBD Infrastruktur und Stadterneuerung
Ing. Renate Kapelari: MA 25 Techn.-wirtsch. Prüfstelle für Wohnhäuser
Mag. Marc Diebäcker: FH Campus Wien
Bildergalerie
Lange Nacht der Gemeinwesenarbeit
Im Herbst 2007 entstand in einem Treffen mit 40 GemeinwesenarbeiterInnen aus Wien ein virtuelles (dorfwiki) und persönliches Netzwerk. Mit der Methode der Zukunftskonferenz wurde sehr kreativ und lustvoll ein Bild der Wiener Gemeinwesenarbeit entworfen, das in den nächsten fünf Jahren erstrebenswert ist.
Gisela Wandert Aus
An Kreativität mangelt es den Wiener GemeinwesenarbeiterInnen keineswegs. Sie kreierten im Februar 2008 eine Ideenwanderung durch vier Wiener Kaffeehäuser. Bei der Abschlussveranstaltung im Depot konnte das öffentliche Publikum mitvoten, welche GWA-Aktion als nächste umgesetzt wird. Außerdem wurden sechs Flugtickets nach Berlin samt Übernachtungen im 11. Himmel für eine gemeinsame GWA-Fachexkursion verlost. Gesponsert wurde diese Veranstaltung von T-Systems und Sky Europe.

Schon gespannt auf die nächste Aktion?
Kontakt: vernetzungsfruehstueck@gmx.at